Momentaufnahme im Reich der Blüten
Sichtweise der Künstlerin

Ein Künstler drückt sich immer seiner Seele entsprechend aus.
Seiner Seele, die eine Wesensart ergibt.
.

Was mich seit jeher interessiert, ist die Verbindung von scheinbar Unvereinbarem.
Ob in der Mode, auf der Bühne. Oder im Leben.
.

Zartheit und Kraft. Bewegung und Stand. Flüchtigkeit und Halt.
.

Unsichtbares sichtbar machen.
Das Schwere fliegen lassen. Dem Zarten Standfestigkeit verleihen.
.

In meiner künstlerischen Arbeit bewege ich mich in das Reich der Blüten.
Dieses Reich bestimmt mein Tun.
.

Keine Blüte hält still im Wind, verhält sich nach meinem Wollen. Ich lasse das Bild entstehen.
.

Niemand benötigt oder braucht mich in diesem Reich. Ich darf um Eintritt bitten, betrachten und hinschauen, der Pflanze auf Augenhöhe begegnen, in den Dialog treten. Ich erhalte das Geschenk der Begegnung, das Geschenk des Moments.
.

Ich darf entdecken, wundern und staunen. Darf genießen, behalten.
Und ich darf weitergeben, das Tor öffnen – für die überbordernde Farbigkeit, absichtslose Schönheit, die kraftvolle Eigenheit.
.

Das Reich der Blüten. Es gibt Glauben an Lebenszeit, lehrt den Wandel, zeigt Ziel und Aufgabe: Sich hinbewegen zu endlosem Wachsen und Streben, Werden und Vergehen, allein und im Miteinander.
.

Dieses Reich, es bietet sich dar, ohne selbst zu wollen und zu fordern.
.

Ich nehme wahr, halte den Augenblick fest, bringe den Moment ans Licht.
.

Kein Eingriff. Kein Übergriff.
Ein gegenseitiges Beschenken, sich stärkendes Begleiten.
Be-achtungsvoll und dankbar.